Sechs Schüler der internationalen Klasse haben eine Gruppenhelferausbildung abgeschlossen. „Ich habe gelernt, wie man eine Sportstunde aufbaut", sagte Ahmed Anoor. Es sei wichtig, das Tempo langsam zu steigern. Mit speziellen Warm-Mach-Spielen kämen die Sportler in Bewegung und würden für das Training motiviert. Seine Erfahrungen in der Ausbildung als internationaler Gruppenhelfer kann er in die Trainingsarbeit beim SV 21 Blau-Weiß Brenken einbringen.

Ahmed zählt zu sechs Schülern der internationalen Klasse am Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Büren. In einem Pilotprojekt mit dem Kommunalen Integrationszentrum und dem Kreissportbund wurden die Flüchtlinge zwischen 16 und 21 Jahren auf eine aktive Mitarbeit in Sportvereinen vorbereitet. Neben dem sportfachlichen Wissen wurden auch Sprachkenntnisse vermittelt - auch die Vokabeln für das Absetzen eines Notrufs.

Mit Thema Teambildung auseinandergesetzt

Die Qualifizierung gliederte sich in drei Phasen. In der ersten erwarben die Migranten sportfachliches Wissen. Auch die Sicherheit im Training war ein wichtiges Thema. Gruppenhelfer achten beispielsweise darauf, dass Turnmatten vor möglichen Verletzungen schützen. Verletzt sich doch mal ein Sportler, weiß Ahmed was zu tun ist: "Es gibt da die PECH-Regel. Das bedeutet Pause, Eis, Kompresse und Hochlage. Bei leichten Verletzungen hilft das."

In der zweiten Phase fuhren die Schüler nach Paderborn in den Ahorn-Sportpark und setzen sich mit dem Thema Teambuilding auseinander. In Theorie und Praxis lernten sie, wie Mannschafsgeist entstehen kann und wie sich Aufgaben gemeinsam lösen lassen.

In der letzten Phase ging es in die Praxis: Die Teilnehmer konnten das Gelernte im Sportverein umsetzen. Ein Mitarbeiter des Kreissportbundes begleitete sie und half bei der ersten Kontaktaufnahme.

Nach 30 Lerneinheiten erhielten die sechs Schüler ihre Zertifikate als Gruppenhelfer. Überreicht wurden sie von Landrat Manfred Müller, Kreissportbund-Präsident Diethelm Krause und Schulamtsdirektor Hartmut Bondzio.

Ahmed ist sich sicher, dass diese Qualifizierung genau das Richtige für ihn war. "Ich liebe alles, was mit Sport zu tun hat." Bereits durch die Ausbildung habe er neue Freunde gefunden. Er möchte auf jeden Fall weiter machen und den zweiten Teil der Gruppenhelfer-Qualifizierung in den Osterferien beim Kreissportbund machen.

"Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich angesprochen, wenn schon jemand im Verein ist, der ihre Sprache und Kultur kennt", erklärt Bernhard Lünz, Geschäftsführer des Kommunalen Integrationszentrums (KI) des Kreises Paderborn, den Nutzen dieses Engagements in der Zukunft.

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Gratulieren den internationalen Gruppenhelfern: (hinten v. l.) Franz Berg (Stadtsportverband), Julia Meier, Diethelm Krause, Fabian Eßmann (alle Kreissportbund), Landrat Manfred Müller, Bernhard Lünz (Kommunales Integrationszentrum), Falk Blöbaum (Ludwig-Erhard-Berufskolleg Büren), Hartmut Bondzio (Schul- und Sportamt), Detlef Sandmann (Berufskolleg), Katrin Neumann (Kommunales Integrationszentrum) mit den Absolventen (vorn v. l.) Ahmed Anoor, Ahmed Sakka, Mohammad Aljouma, Nazir Nadari, Darwn Hama Sharif, Raafat Kabar. Foto: Kreis Paderborn/Anna-Sophie Schindler

  

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15 - Paderborn (Kreis), Donnerstag 02. März 2017