Wenn ehemalige Schülerinnen und Schüler nach 50 Jahren ihre Ausbildungsschule besuchen, dann ist das nicht alltäglich. Ist diese Schule ein Berufskolleg und waren die Gäste einst Teil eines aufsehenerregenden landesweiten Schulexperiments, dann ist ein solcher Besuch jedoch außergewöhnlich.

Vor 50 Jahren konnte in Nordrhein-Westfalen erstmals das Abitur an einer kaufmännischen Berufsschule erworben werden, 19 Abiturientinnen und Abiturienten nutzten an der städtischen Handelslehranstalt Paderborn, dem heutigen Ludwig-Erhard-Berufskolleg, diese Chance im Februar 1968. 9 von ihnen kehrten jetzt an den Ort ihrer Schulzeit zurück, wobei sie etwa aus Dortmund, Leer oder München anreisten.

Ihr Interesse war groß, einen Blick auf das moderne LEBK des digitalen Zeitalters zu richten und mit den historischen Erinnerungen abzugleichen. Im Grunde war dabei fast nichts wiederzuerkennen, doch es blieb ausreichend Zeit in der Moderne die eigenen Erinnerungen aufzufrischen. Die noch vorhandenen historischen Klassenbücher ließen Geschichte und Geschichten sehr schnell lebendig werden.

Für die ehemaligen Abiturientinnen und Abiturienten erwies sich das Abitur am LEBK als Glücksfall. Schon zum Sommersemester 1968 konnten sie in sehr unruhigen Zeiten verschiedenste Studiengänge aufnehmen und damit erfolgreiche berufliche Karrieren starten. Damit unterscheiden sie sich in keiner Weise von Wirtschaftsgymnasiasten des Jahres 2018, denn auch ihnen stehen alle Möglichkeiten offen.

 

2018 03 05 50jähriges Abi